Archiv des Autors: Sebastian

FC Lampedusa Überall

Ein Reisebericht zu einigen unserer FC Lampedusa St. Pauli Spielern, die die Hansestadt Hamburg in den Kosovo und nach Serbien abgeschoben hat.

Beim FC Lampedusa St. Pauli bleiben alle Spieler ein Teil des Teams, auch wenn sie gezwungen werden, Hamburg zu verlassen.
Einige von ihnen müssen unter Zwang den Bus besteigen, manche werden plötzlich nachts von der Polizei aus dem Bett gerissen und abgeholt. Erst stundenlang irgendwo hingekarrt, dann eingesperrt und schliesslich ausgeflogen, mit sogenannten Charter-Sammel-Abschiebungen von irgendwelchen stillgelegten Flughäfen, hunderte Kilometer von Hamburg entfernt. Leider wurde auch der neue Abschiebeknast der Ausländerbehörde am Hamburger Flughafen, der sogenannte “Ausreisegewahrsam”, schon von einem unserer FCLSP-Spieler von innen gesehen. Drei Tage Isolation und Gefangenschaft und dann ab mit einem sogenannten “Passersatzpapier” der Hamburger Ausländerbehörde. In den Flieger: zurück – zurück – wohin denn eigentlich “zurück”?

Wenn sie schon nicht mehr mit uns und ihrem Team Fußball spielen dürfen auf St. Pauli, dann versuchen wir jetzt wenigstens mit ihnen Fußball im “Zurück” zu spielen – im Kosovo und in Serbien.

Also haben wir, ein Mitglied der Coaching Crew und ein Spieler des FC Lampedusa St. Pauli, der inzwischen deutscher Staatsbürger werden konnte, mit unseren privilegierten deutschen Reise-Pässen einen Flug gebucht und sind zu ihnen geflogen. Im Gepäck ein paar FC St. Pauli Trikotsätze und eine Tüte FCSP-Fußballstrümpfe. Dafür danken wir besonders dem Platzwart der Feldarena Bubu und der FC St. Pauli Jugendabteilung. So kommen wir nicht mit leeren Händen und bringen ein Stück “Zuhause” zu denen, die man aus ihrem, als solches empfundenen Zuhause, rausgeschmissen hat. Und Fußballspielen kann man damit auch noch. Bälle, beim letzten Training noch schnell unterschrieben, als Grüsse von den FCLSP team mates aus Hamburg haben wir unseren Habibis mitgebracht. Ab zur nächsten Tankstelle, oder mal die Nachbarschaft nach Ballpumpen abklappern und los geht’s.
Runter vom Sofa und rauf auf den Fußballplatz! Und einen Fußballplatz gibt es ja zum Glück überall. Ob in Lipjan, in Smederevo, oder in Veternik.

Bis alle wieder nach Hause zum FC Lampedusa St. Pauli nach Hamburg kommen können, kommen wir diese zwei Wochen halt mal, zu euch. Wir freuen uns alle wahnsinnig uns endlich nach Monaten wieder zu sehen.

Der FC Lampedusa Lipjan
Wir fliegen Anfang März nach Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens und werden dort am Flughafen schon von unserem FC Lampedusa St. Pauli Spieler erwartet. Was für ein Wiedersehen. Zusammen fahren wir durch die Nacht in den Kosovo.

Es ist unglaublich dunkel hier, oder bilden wir uns das nur ein? Nein, es ist echt dunkel hier.
Wir kommen in der kleinen Stadt Lipjan an, es riecht nach Braunkohle und Holzofenfeuer.
Erstmal schlafen wir etwas aus, richten uns gemütlich ein und werden am nächsten Tag herzlich aufgenommen.
Viele sprechen deutsch und erzählen uns von ihren Erfahrungen in Deutschland. Es scheint so, als ob die halbe Stadt in Hannover lebt, gelebt hat, oder zumindest versucht hat dort zu leben. Mit einer schwungvollen Handbewegung wird über den Rausschmiss, bzw. die Abschiebung kommuniziert, um es nicht in Worte fassen zu müssen. Wir verstehen auch so.

Anfang 2015 hat sich rumgesprochen, dass die Grenze zwischen Serbien und Ungarn “offen” ist.
Um die 20.000 Menschen aus dem Kosovo sollen diese kurze Zeitspanne und diese einmalige Chance wahrgenommen haben, um in den Westen Europas zu gelangen. Mit dem Bus nach Serbien, zu Fuß über die Grenze, mit all den anderen Flüchtenden aus Syrien, Afghanistan und wer weiss woher. Entlang der sogenannten “Balkanroute” eben. Versteckt, verschreckt, gejagt, verfolgt, geschnappt, eingesperrt und interniert. Manche Gruppen Geflüchteter wurden in Ungarn gar im Wald im Schnee eingezäunt und stundenlang der Kälte ausgesetzt. Sie haben auf Bahnhöfen geschlafen oder gar nicht, bis sie endlich in Deutschland angekommen sind. Zumeist wurden sie direkt hinter der Grenze aus den Zügen geholt, erkennungsdienstlich behandelt und aufgefordert Asyl zu beantragen. Ansonsten ist die “illegale Einreise” in das Bundesgebiet strafbar.

Menschen aus dem Kosovo brauchen für fast jedes andere Land ein Visum.
Sie sind praktisch eingesperrt in einem Land, das um ganz ehrlich zu sein, zumindest Anfang März, einer Ödnis gleicht.
Mit auffällig vielen Baustellen, wo aber niemand so recht weiss, ob denn noch mal weiter gebaut werden wird.
Die Deutsche Botschaft nimmt zur Zeit keinerlei Visums-Anträge mehr an. Die Wartezeit der schon gestellten Termin-Anfragen beträgt bis zu 9 Monaten und die meisten Visa werden ohnehin abgelehnt. Es gibt kaum einen Weg mehr raus und viele der, vor allem jungen Menschen, die Anfang 2015 ihre Chance wahrgenommen haben, der ewigen Warteschleife zu entfliehen, sind mit der wischenden Handbewegung, Deutschkenntnissen, vielen ernüchternden und traurigen, bis traumatisierenden Erfahrungen und leeren Händen wieder zurück. Ausgestattet mit der Erkenntnis, dass man sie im “Westen” nicht haben will, ihnen dort das Recht auf Gestaltung ihres eigenen Lebens und ihrer eigenen Zukunft nicht zuerkennt und dass Leute aus dem Kosovo in Westen Europas einen schlechten Ruf genießen, warum auch immer. Fast alle wurden mit zum Teil unglaublichen, unfassbaren und unerklärlichen Vorurteilen konfrontiert.

Und trotzdem schwärmen sie von Deutschland, von Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln und Stuttgart.
Ja das war so schön dort und dann wird wieder mit der Hand gewischt, dann war es vorbei.
Rausgeflogen – rausgeflogen- im wahrsten Sinne des Wortes rausgeflogen.

Viel gibt es nicht zu tun in der kleinen Stadt. Wer Arbeit hat schuftet 10 Stunden am Tag für ganz kleines Geld, 6 Tage die Woche und kommt gerade so über die Runden. Die anderen haben nicht mal das und so befindet sich auch schräg gegenüber von unserem Haus eine Western-Union-Filiale, wo das Geld aus Hannover, Stuttgart und Düsseldorf, das in die “alte Heimat” geschickt wird, abgeholt werden kann. Es gibt viele fast leere Cafés und Supermärkte, die auch teure deutsche Produkte verkaufen. Wer isst denn im Kosovo deutschen Frucht-Joghurt für teures Geld, fragen wir uns und Friseur-Salons, viele, viele Friseur-Salons.

Man geht stets zum Friseur hier, auch wenn das Geld knapp ist.
So geht auch der eingeflogene Hamburger zum Friseur und mit Hilfe eines “Hannoveraners” auf “Heimat-Urlaub” sieht er jetzt aus wie Fernando Torres. Der gestandene Lipjaner aus Hannover sagt beim Kaffee danach: “wisst ihr, hier ist es wie auf Cuba, nur ohne Revolution.” Tja und dann fällt auch schon wieder der Strom aus. Vielleicht hat er ja in gewissem Sinne Recht.
Von Politikern, egal welcher Couleur, hält hier überhaupt niemand mehr etwas, “… alle korrupt, wisst ihr?”
Von der UNO und der EU erwartet auch kaum noch jemand den lang versprochenen Aufschwung, oder gar die Aufnahme in die Familie der Europäer_innen. “Ja bei euch in Europa” heisst es oft. Aber wo sind wir denn dann hier eigentlich überhaupt?

Ach lasst uns lieber Fussball gucken und spielen.
Fussball mögen hier alle – auch und besonders unsere neue Schwester.
So trinken wir stets zusammen Mocca, gucken und reden über Fussball. Das ist toll!

Für unser erstes Spiel haben wir uns gleich das Stadion in Lipjan ausgesucht. Hier trägt der FC Ulpiana seine Heimspiele in der 2. Kosovarischen Liga aus. Zugegeben, es ist eine einzige, grosse Baustelle, mit Kunstrasen-Fliesen-Matten auf Bauschutt. Ein deutscher TÜV würde dort, zwischen Stahlbeton-Streben, ausgeschachteten Tiefbaukuhlen und in den Frühlingshimmel ragenden Stahlträgern, wohl keine Spiele erlauben. Aber hey, der ganze Kosovo ist eine einzige Baustelle, so what. Ob jemals weiter gebaut wird, ist auch hier, wie im gesamten Land, eine ganz andere Frage.

Also Samstag erst mal Heimspiel vom FC Ulpiana gucken, nachdem eine kleine Gruppe Ultras, stilecht mit Frontbanner an unserem Haus, über die Hauptstraße, singend und skandierend, Richtung Stadion an dem Bahngleis gezogen ist. Ja auch so ist Fußball, robust, direkt, ohne weitere Schischihs. Wir zwei, eindeutig erkennbar nicht aus des Stadt Kommenden, werden mit Interesse zur Kenntnis genommen und Fatmire Bajramaj, ehemalige deutsche Fussball-Nationalspielerin, geboren 1988 im Kosovarischen Dörfchen Durakovac, ebnet mir als Frau den Weg, zu den ausschliesslich männlichen Zuschauern.
Danke dafür Lira.

Auf unsere Frage, ob wir am nächsten Tag wohl ein kleines Spiel im Stadion machen könnten, ernten wir nur verwirrte Blicke, “warum denn nicht, hier schliesst doch keiner ab, macht doch einfach”. OK, danke, wenn das so einfach ist. Leider unterliegt der FC Ulpiana am Ende deutlich und auch verdient mit 1:4. So ist halt Fussball auch im Kosovo.

Am Sonntag den 10. März trommelt der Schwager unseres Bruders vom FC Lampedusa St. Pauli, der nach knapp zwei Jahren in West-Europas, wider Willen “zurück” in dieser Kleinstadt “gelandet” ist, ein paar Freunde zusammen. Die meisten seiner Freunde haben keine Zeit, hier wird auch Sonntags 10 Stunden am Tag gearbeitet, aber ein paar versprechen zu kommen. Also machen wir uns auf zum Stadion und fragen die Jungs, die im Stadion, Elfmeter schiessen üben, ob sie Lust auf ein kleines Spielchen hätten. Haben sie. Also einmal alle durchgezählt, aufgeteilt und schon geht’s los. Anpfiff. Endlich wieder zusammen Fußball spielen.

Ich gucke mir das Ganze doch lieber von außen an, mache Fotos und kann die Trainerin in mir doch nicht ganz abstellen.
So rufe ich Spielern zwischen 13 und 30 gut gemeinte “Befehle” auf Deutsch zu. Scheint aber niemanden zu stören und nach ein paar Minuten, verstehen Einige was ich von ihnen will und versuchen sogar, das umzusetzen. Trainerin eben und von außen sieht man ja meist ein bisschen mehr und manchmal klarer.
Danke dafür, ihr Jungs aus Lipjan.

Die Sonne scheint, der Ball rollt und wir sind richtig glücklich.
Vor allem unseren Habibi, der von heute auf morgen aus unserem Team gerissen wurde, der ganz plötzlich aus unserem gewohnten Leben verschwand, den wir 3 Monate nicht mehr gesehen haben, obwohl er vorher eine Zeit lang einfach immer da war, der nur noch virtuell dabei sein konnte, ihn so fröhlich auf dem holprigen Kunstrasen-Teppich wieder zu sehen, ist einfach super.
Es fühlt sich alles rundum gut an und verdrängt die, doch eher traurigen Bilder, unserer letzten Begegnung aus dem Kopf.
Wir haben alle viel Spaß und es steigen noch ein paar dazu kommende Teenager auf beiden Seiten mit ein und kicken munter mit.
Am Ende trennen sich der FC Lampedusa Lipjan und der FC Lipjan Mix mit 9 zu 7.
Es fährt sogar ein Zug vorbei. Eine alte Lock mit einem einzigen über und über besprühten Wagon, wie in der Großstadt und das am Sonntag, im beginnenden Sonnenuntergang. So schön.

Doch vorher macht es noch “knacks” und dem eingeflogenen Abwehrrecken des FC Lampedusa St. Pauli, heute FC Lampedusa Lipjan reisst das Aussenband am Knöchel.
Das ist natürlich ein Riesenpech, vielleicht doch etwas zu viel Bauschutt unter den Kunstrasen-Matten.
Ist jetzt nicht gerade optimal für eine Fußballreise.

Vielen, lieben Dank allen Lipjanern für diesen schönen Sonntag, das tolle Spiel, euer Stadion, eure Gastfreundschaft, eure Offenheit, eure Geschichten, eure Freundschaft. Danke das wir jetzt eine liebevolle kleine Familie in dieser kleinen Stadt haben, die wir echt liebgewonnen haben. Wir kommen bestimmt wieder.

Aber Bänderriss hin oder her, wir drei FCLSPs müssen jetzt weiter fahren.
Vom Kosovo nach Serbien. Nach Smederevo, ins Ruhrgebiet, oder Rheinland Serbiens, in die Stahlarbeiterstadt, Schwer zerstört von deutschen Fliegern der Bundeswehr 1999.
Dorthin wo ein weiterer FC Lampedusa St. Pauli Spieler mit seiner Familie heute leben muss.

Aber das ist eine andere Geschichte!
Die lest ihr das nächste Mal.
Euer FC Lampedusa St. Pauli

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Ostereier suchen und ein Super-FC(L)SP-Überraschungspaket gewinnen mit dem FC Lampedusa St. Pauli

Vom 17. April bis zum 23. April werden in Hamburg an 40 verschiedenen Stellen Poster des City to City Barcelona FAD Award 2016 mit dem Teamfoto des FC Lampedusa St. Pauli zu sehen sein.

Finde sie, mach ein Selfie vor dem Billboard mit Dir und sende es als persönliche Nachricht auf facebook an den FC Lampedusa und gewinne einen Tagespreis!

 Wer die meisten Fotos von den verschiedenen Standorten einsendet,
gewinnt das Super-FC(L)SP-Überraschungspaket.

Das schönste Foto des Tages wird täglich auf unserer Facebookseite veröffentlicht.

Gewonnen hat, wer am Ende der Woche die meisten Billboards an verschiedenen Standorten gefunden und eine Selfie geschickt hat.

 Was ist der City to City Barcelona FAD Award 2016?

Wir, der FCLSP, haben Ende November 2016 den 2. Preis des City to City Barcelona FAD Award 2016  gewonnen und wurden von der Bürgermeisterin Ada Colau im Rathaus von Barcelona ausgezeichnet.

Teilnahmen 11 Spieler und die Coaching Crew des FCLSP.

Link zum Artikel DE 
Link zum Artikel UK 

 Der FCLSP ist seit dem 30. Juli 2016 das offizielle Refugee-Team des FC St. Pauli.
Seitdem trainieren wir an der Feldstrasse und sind froh und glücklich ein Teil der offiziellen FCSP-Familie zu sein.

 Runter vom Sofa!

Ran ans Handy!

Raus auf die Straße!

Sicher Dir Dein Super-FC(L)SP-Überraschungspaket!

 Schick uns Deine Bilder mit: Vorname, Nachname, Fundort/Uhrzeit und Gemütszustand.

 Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Gewehre lehnen wir grundsätzlich ab.

 

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While some of us are celebrating, others are deported…

Barcelona, Tuesday 29 November 2016, dia cuatro, in the evening.

The Coaching Crew of FC Lampedusa St. Pauli have swapped their tracksuit tops for little black dresses. Half an hour later, the hairdo is perfect too. The makeup conjures some brilliance in our slightly overtired eyes. Months of planning are finally coming to fruition: the result of hundreds of emails exchanged between us and the organisers of the City to City Barcelona FAD Award, and the Foreigners’ Registration Office. A heap of paperwork had to be completed in order to make it possible for 11 of our players to make this journey with us. In addition, just two days before departure, there were frantic negotiations with the airline – in a sudden attempt to thwart our plans in the eleventh hour they were refusing to accept the papers of some of our players. However, after fantastic teamwork with our hosts, the City of Barcelona and the FC Barcelona, the airline eventually confirmed that FCLSP could travel with all our registered players. This confirmation coming just 15 hours before we were due to fly.
Never did we expect that an airline would doubt travel-documents that were issued in Germany. You never stop learning. On top of this, two of the young players, we would also have liked to take with us to Barcelona, were forced to leave Germany during the application process. That alone was bad enough.
The players were freshening up too, and we looked forward to seeing which of them would win the “shirt of the day contest” – one of our favourite competitions at FCLSP.
In five minutes time, our fantastic hosts would pick us up at the hostel’s reception and bring us to the presentation of the City to City Barcelona FAD Award 2016, the actual reason of this trip.

“Bing! Bing!” – a WhatsApp message comes in. It is from one of our FCLSP players who had an appointment with the foreigners’ registration office in Hamburg earlier this morning. He hadn’t got in touch with us all day and we were already worrying that the reason for his silence was him having switched off all his phone in sorrow, after being ‘asked’ to leave Germany within one week.
Reading the first sentence on the lock screen already did enough to bring us back to the harsh reality:

“…it’s not a good situation, I’m in a closed camp right now near the airport. I have to stay here till 2/12/16 and then they will deport me…“

We try hard not to burst into tears and to keep calm. There’s no time for a second makeup session.
Why now, during our stay in Barcelona? Why did he not get another extension? He already had to be at the foreigners’ registration office every Monday anyway, getting his short-term permit extended for another week? Why does it seem to be unwanted that FCLSP can properly bid farewell to its players?
Why is the new “Deportation Custody Facility”, which the City of Hamburg operates at the airport, filled with our midfielder while we are here – in the limelight – being presented an award for “outstanding project work”? Why do deportations take place on a home match day of FC St. Pauli?
And why on earth is our habibi locked up in this new facility as only the fifth person ever to have been detained there? ALONE, apart from twenty around-the-clock present employees of above mentioned office and a security service, while we are in Barcelona, feeling like we are being carried on hands, because our project made it to the final three of the City to City Barcelona FAD Award 2016 competition, out of the 100 entries submitted?

What on earth is wrong with our world?

At least, the memories we share with this player reeling in our mind’s eye prevent us from sinking into a sea of tears. You grow with your tasks, as the German phrase goes. But it is still so unfair!
Of course, we knew right from the start of this project that this sort of pain would be involved, but still Hamburg’s Ministry of the Interior, Youth and Sport somehow manages to ever produce new variations of an ugly face. The more arbitrarily the deportations are scheduled, the more brazen the methods get. But sitting there wailing has never helped anyone.
We do not want to be just another set of “do-gooders” providing only help. However, we can only achieve integration within structures which allow us to do it. The mere fact that Hamburg’s Ministry of the Interior, Youth and Sport is ONE municipal authority speaks for itself. Maybe it is even the reason why our habibi, in his first reception container camp, got a room with a view of the FCSP training facilities? Sometimes, when nothing else helps, it is cynicism that can still make us laugh.

We do what we always do in situations like this: we keep calm. A short phone call with the solicitor and the fiancée of our midfielder and then we have to leave for the awards ceremony.
The players notice that something isn’t okay. Some ask us, others do not. We do not want to spoil the first and – perhaps – only holiday of their lives. Their anxieties and sorrows left in Hamburg for a couple of days will be with them again on their return. The players shall enjoy themselves during their stay and forget their problems for a while
The absurdity gradually sinks in. For three years now, you’ve given your all to a project which has become internationally renowned, wins awards… and then you’re brought back to reality in such a terrible way. Over the last three days, we were having so much fun; had so many wonderful people around us; shared great conversations and experienced very positive press coverage of our trip.

And the City of Hamburg? Puts one of our players, all alone, into a jail which they don’t even want to call a jail and fabricate disgusting terms like “departure custody” for such thing? In particular at a time, when we are out of town for a couple of days? One of our habibis?
A guy to become only the fifth person to be put into the new deportation jail at Hamburg Airport.
The reel keeps running in our mind’s eye.

In front of Barcelona City Hall, Christmas decorations sparkle. The timetable is tight. No time for a cool down cigarette or another make up check. The waterproof mascara fortunately stands the single tears. In the outer office of Mayor Ada Colau all the winners and award presenters are gathering. Everybody approaches us: “What a great project”, “So good to have you here”.
Actually, we should be grateful and happy in this very moment. However, we do not really feel like celebrating. We try to hide that feeling. But why should we keep the situation a secret? Jordi Cardoner, vice-chairman of the FC Barcelona Foundation, is the first to face reality. Everyone shakes their heads in disbelief. And so it remains for the rest of the night.
The door opens and Ada Colau comes in. A short reception and then it gets started. We try to focus on our address and go over our speech again, word by word. Our gratefulness for the award and the invitation shall, at the end of the day, be shown appropriately. One of us gives the address in Catalan for two minutes and the other then proceeds in English. Distraction therapy, given the events of the day.
We manage to do it with aplomb. The following marathon of handshakes, taking photos and talks to the press does us good, because it shows that we apparently do something right.
In any case, we continue to pose for photos. “Tell us when you need something”, is one of the central sentences of the night, no matter who we talk to. This does us good, warms our hearts and recharges our batteries for the coming months. Back in Hamburg, we will definitely need 100% recharged batteries.

“We would love to clone your mayor, Ada Colau, and take her with us to Hamburg,” we reply. Usually, we’re at our funniest when things are at their worst, because we know that we mean it.

And then, we go outside for a cigarette and to call the jail – of which it is said not to be a jail, because it has free WiFi…

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